Theoretischer Hintergrund
Ausführliche Darstellung des Kompetenzbereichs Feedback
Das Feedback von sportunterrichtenden Lehrpersonen stellt ein bedeutsamer Kompetenzbereich für einen guten (Sport-)Unterricht dar (z.B. Baumgartner, 2017, Hattie & Timperley, 2007). Der Kompetenzbereich Feedback auf bewegunglesen.ch ist als hochschulmethodisches Element zu deuten, welches in unterschiedlichen hochschuldidaktischen Lehr- und Lernarrangements zur Verknüpfung der feedbackbezogenen Theorie und der (eigenen) unterrichtlichen Praxis von (angehenden) sportunterrichtenden Lehrpersonen genutzt werden können.
Der Kompetenzbereich Feedback auf bewegunglesen.ch basiert auf einem integrativen Kompetenzverständnis. Dahinter verbirgt sich ein kompetenzorientiertes Wirkungs- und Entwicklungsmodell, welche in einem Artikel von Baumgartner (2022) dargelegt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Verbesserung des Feedbacks auf performativen Ebene (feedbackbezogenes Können), durch a) die Verbesserung des feedbackbezogenen Wissens, b) der Verbesserung der feedbackbezogenen Wahrnehmungs-, Interpretations- und Entscheidungsprozesse (WIE) und c) der Übung und Verbesserung der Umsetzung der feedbackbezogenen Qualitätskriterien im eigenen Sportunterricht erfolgt. Dabei stehen fünf Qualitätsdimensionen eines effektiven Feedback im Sportunterricht (Spezifität, Regelmässigkeit, Realisierbarkeit, Umfang, Differenzierung) im Zentrum, die in der Textstelle beschrieben werden. Ferner wurden die drei empirisch validierten Dimensionen mit den zwei weiteren feedbackbezogenen Qualitätsdimensionen Umfang und Differenzierung erweitert (vgl. Arbeitsweise).
Das Ziel des Kompetenzbereichs Feedback auf bewegunglesen.ch besteht – in Anlehnung an das dargelegte Wirkungs- und Entwicklungsmodell – erstens in der kriterienorientierten Verbesserung des feedbackbezogenen Wissens von (angehenden) sportunterrichtenden Lehrpersonen (vgl. Textstelle, Arbeitsweise; Baumgartner, 2017). Zweitens soll der Kompetenzbereich Feedback auf bewegunglesen.ch ermöglichen, dass (angehende) sportunterrichtende Lehrpersonen die feedbackbezogene Wahrnehmung, Interpretation und Entscheidung (WIE) verbessern können. Denn eine qualitativ hochwertige feedbackbezogene WIE stellt – so die weitverbreitete Annahme – die Voraussetzung dar, damit (angehende) sportunterrichtende Lehrpersonen in ihrem eigenen Sportunterricht ein effektives Feedback umsetzen können. Zu diesem Zweck wurden Test- bzw. Entwicklungsaufgaben entwickelt, mithilfe deren die (angehenden) sportunterrichtenden Lehrpersonen bedeutsame Aspekte feedbackbezogener Unterrichtsituationen wissensbasiert wahrnehmen, interpretieren sowie letztlich auch entscheiden können, wie das Feedback einer videografierten (angehenden) sportunterrichtenden Lehrperson verbessert werden kann. Drittens soll durch die Benutzung des Forums auch ermöglicht werden, dass (angehende) sportunterrichtende Lehrpersonen eigene feedbackbezogene Videovignetten hochladen können. Auf der Grundlage der eigenen feedbackbezogenen Unterrichtssequenzen können (angehende) sportunterrichtende Lehrpersonen im Rahmen hochschuldidaktischer Lehr- und Lernarrangements die Qualität des eigenen Feedbacks an die Schüler:innen vor dem Hintergrund bedeutsamer Kriterien eines effektiven Feedbacks wissensbasiert analysieren und durch die Unterstützung von Dozierenden, Praxislehrpersonen und den Kommiliton:innen gezielte Massnahmen zur Verbesserung ihrer feedbackbezogenen Performanzen ableiten.
Eingrenzung der digitalen Lehr-Lernplattform Klassenführung
Die Test- und Entwicklungsaufgaben wurden von Expert:innen der Sportdidaktik generiert. Die richtigen Antworten gründen auf deren Konsensurteil. Hierzu ist zu erwähnen, dass in den feedbackbezogenen Videovignetten auch andere bedeutsame Aspekte vorkommen können, die für ein effektives Feedback relevant sein können und im hochschuldidaktischen Unterricht thematisiert werden sollen. In der Generierung der Aufgaben wurde der Fokus jedoch auf einen signifikanten Aspekt oder mehrerer signifikante Aspekte gerichtet. Die Expert:innenurteile sind diesbezüglich als Referenzrahmen zu deuten, der in den hochschuldidaktischen Lehr-Lernarrangement durchaus auch hinterfragt werden darf – und auch soll.
Literatur
Baumgartner, M. (2017). Performanzentwicklung in der Ausbildung von Lehrkräften. Eine Interventionsstudie zur Verbesserung des Feedbacks bei angehenden Sportlehrkräften. Waxmann
Baumgartner, M. (2022). Professional competence(s) of physical education teachers: terms, traditions, modelling and perspectives. German Journal of Exercise and Sport Research. https://doi.org/10.1007/s12662-022-00840-z
Hattie, J. & Timperley, H. (2007). The Power of Feedback. Review of Educational Research, 77(1), 81–112.









