Arbeitsweise
Und so funktioniert das hochschulmethodische Element auf bewegunglesen.ch
Kurzer Überblick zur Arbeitsweise mit den Test- und Entwicklungsaufgaben
Voraussetzung für die Arbeit mit dem neuen Kompetenzbereich Feedback ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem theoretischen Hintergrund zu einem effektiven Feedback im Sportunterricht (Textstelle Baumgartner, 2017). Diesbezüglich liegt auch ein Beobachtungsinstrument (Baumgartner, 2017) vor, womit die Qualität des Feedbacks beurteilt werden kann. Die Arbeitsweise bezüglich der Test- und Entwicklungsaufgaben gliedert sich in drei Schritte: Wahrnehmen – Interpretieren – Entscheiden.
Schritt 1: Wahrnehmen
Wahrnehmen ist eine aktive Tätigkeit, die durch das Vorwissen gelenkt wird. Auf der digitalen Lehr- Lernplattform Feedback wird die Wahrnehmung durch die folgenden fünf Qualitätsdimensionen (vgl. Beobachtungsinstrument) gelenkt:
- Spezifität
- Regelmässigkeit
- Realisierbarkeit
- Umfang
- Differenzierung
In den Videosequenzen werden diese zentralen Qualitätsdimensionen hinsichtlich eines guten Feedbacks im Sportunterricht abgebildet. Im Artikel fehlen die beiden Qualitätsdimensionen des Umfangs sowie der Differenzierung, weil diese durchaus relevant sind, jedoch empirisch nicht validiert wurden. Folgendes Verständnis haben wir hinsichtlich dieser beiden Dimensionen:
Umfang
Bei der Dimension Umfang des Feedbacks geht es um die Menge an Informationen, die den Schüler:innen angeboten wird. Aufgabe der sportunterrichtenden Lehrperson ist es, den Schüler:innen eine angemessene Menge an aufgaben- oder prozessbezogenen Informationen anzubieten, welche von den Schüler:innen kognitiv verarbeitet werden können. Die richtige Menge an Informationen pro Feedback ist dabei eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für die Realisierbarkeit des Feedbacks. Der Umfang des Feedbacks ist, ebenso wie die Realisierbarkeit, abhängig von den personellen Lernvoraussetzungen der Schüler:innen. In Abgrenzung zur Spezifität, die sich auf die qualitativen Aspekte des Informationsgehalts konzentriert, steht hier die quantitative Dimension des Feedbacks im Zentrum. Die Regelmässigkeit des Feedbacks fokussiert auf die Häufigkeit des Feedbacks und stellt wiederum eine notwendige Voraussetzung für einen lernrelevanten Umfang des Feedbacks dar.
Differenzierung (Klassenbezug/Individualisierung)
Mit der Qualitätsdimension Differenzierung wird erschlossen, ob es der sportunterrichtenden Lehrperson gelingt, möglichst vielen Schüler:innen ein für sie effektives Feedback geben zu können. Ein gutes feedbackbezogenes Handeln besteht darin, im Klassenverbund subjektiv relevantes und spezifisches Feedback zu geben, von dem möglichst alle Schüler:innen profitieren können. Dies kann durch einen organisatorisch geschickt gewählten methodischen Gang des Unterrichts sichergesellt, oder in der Form einer situativ sinnvollen Wahl aus Formen von individuellen, gruppenspezifischen oder klassenbezogenen Feedbacks umgesetzt werden. So kann die sportunterrichtende Lehrperson beispielsweise Formen des Peer-Feedbacks etablieren, um sicherzustellen, dass alle Schüler:innen Informationen zu ihrem Ist-Zustand und über Möglichkeiten zur Erreichung des Soll-Zustandes erhalten. Dabei kann die sportunterrichtende Lehrperson häufig vorkommende Differenzen zwischen Ist- und Soll-Zustand bei davon betroffenen Schüler:innengruppen gemeinsam ansprechen, um Zeitressourcen zu gewinnen und auf individueller Ebene weiteres Feedback geben zu können. Spezifität und Realisierbarkeit sind dabei notwendige, aber keine hinreichenden Bedingungen für eine wirksame Differenzierung des Feedbacks im klassenbezogenen Sportunterricht.
Schritt 2: Interpretieren
Interpretieren meint die subjektive Deutung und Beurteilung von Situationen. In Bezug auf das Feedback bedeutet dies, dass das feedbackbezogene Handeln der Lehrperson in der Unterrichtsituation kriterienorientiert interpretiert wird.
Schritt 3: Entscheiden
Entscheiden meint, sich auf eine Massnahme zur Verbesserung einer Situation festzulegen. In Bezug auf das Feedback soll dementsprechend entschieden werden, welche Massnahmen die Qualität des Feedbacks verbessern würden.









