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Bewegung lesen

Praxisumsetzung

Einleitung

Wie kann man bewegunglesen.ch in der Ausbildung von sportunterrichtenden Lehrpersonen konkret einsetzen? Wir liefern eine mögliche Einführung und zeigen verschiedene Möglichkeiten von Praxisumsetzungen mit Muster-Powerpoint-Präsentationen und Lektionsbeispielen.

Einführung in das E-Learning-Tool bewegunglesen.ch

Bevor man in die Arbeit mit bewegunglesen.ch einsteigt, ist es sinnvoll, die Studierenden die Seite zunächst selber entdecken zu lassen. Dazu eignen sich klare Aufgabenstellungen wie z.B.:

- "Suchen Sie auf der Seite Informationen zur Methodik und Arbeitsweise"

- "Spielen Sie das Tutorial einmal durch und lösen Sie danach eine beliebige Aufgabe"

- "Welche Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt" usw.

In der ersten Plenumsveranstaltung wäre es ratsam, mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation den Sinn und Zweck des E-Learning-Tools zu erklären (siehe PPT "Einführung ins E-Learning-Tool bewegunglesen.ch"). Im Wesentlichen geht es beim Üben mit dem Tool um die Schulung des Auges! Die gelenkte, kriteriengesteuerte Beobachtung will sorgfältig gelernt sein. Ebenso sollen die Studierenden ihre Rückmeldequalität verbessern können.

Wirkungsvoll ist nun das Durchspielen einer konkreten Aufgabe, wobei das Augenmerk nicht in erster Linie auf der Diskussion der wesentlichen Beobachtungspunkte gelegt werden sollte (was nicht ausschliesst, dass man später auf solche Diskussionen zurückkommen kann). Lassen Sie die Studierenden ihren persönlich wichtigsten Beobachtungspunkt wählen und schauen Sie, ob diese beim Schritt "Beurteilen" gemäss ihrem Beobachtungspunkt einen Bewegungsfehler feststellen können. Weisen Sie im Schritt "Beraten" darauf hin, dass Rückmeldungen, welche negativ formuliert werden oder auf Fehler anstelle einer Lösung hinweisen, auch als falsch taxiert werden.

In einem nächsten Schritt sollen nun die Studierenden zu Hause einen weitere Aufgabe (möglichst zur gleichen Fertigkeit) selbständig durchspielen. Weisen Sie darauf hin, dass sie die gleiche Aufgabe mehrmals durchspielen sollen, wobei sie dabei jedesmal auf einen anderen wesentlichen Beobachtungspunkt achten sollen.

PPT "Einführung ins E-Learning-Tool bewegunglesen.ch" (pptx-datei, 7MB)

Selbstorganisierte Lernzeit und Plenumsveranstaltungen

Nach der Einführung kann bewegunglesen.ch auch in der selbstorganisierten Lernzeit Verwendung finden. Das Bewegungslernen gewinnt nach unseren Erkenntnissen dann an Relevanz, wenn während der selbstorganisierten Lernzeit praktisch orientierte Plenumsveranstaltungen stattfinden. Die Diskussionen über Kernbewegungen und das bewusste Ausführen der beobachteten Bewegung bilden einen wertvollen Bestandteil des Lernprozesses. Dabei soll ein handlungsorientierter Unterricht angestrebt werden. Das Wechselspiel zwischen Bewegungen analysieren, darüber diskutieren und Bewegungen selber ausführen ist zentral.

Hat Ihre Hochschule einen Login-Zugang mit eigenem Container gekauft, so können Sie Ihre Lerngruppen verwalten, ihnen massgeschneiderte Aufgabenlisten zukommen lassen, den Lernprozess formativ begleiten und Lernkontrollen durchführen. Sind Ihre Studierenden registriert, so haben diese Einblick in ihre persönliche Lernbiografie.

Möglichkeiten von Praxisumsetzungen

In der Folge werden drei mögliche Praxisumsetzungen für Plenumsveranstaltungen, welche in der Turnhalle oder im Freien stattfinden, vorgeschlagen.

Lernszenario A:  Bewegung in Worte fassen

Jede 3er-Gruppe wählt sich eine Bewegung aus, die auf www.bewegunglesen.ch aufgeführt ist. Bevor die Aufgabe auf dem E-Learning-Tool gelöst wird, versuchen die Studierenden die Bewegung in Worte zu fassen: Wie könnte man einem Lernenden die Bewegung mündlich erklären? (Technikelemente einer Bewegung). Die Beschriebe werden untereinander verglichen und diskutiert.

Danach versucht die 3er-Gruppe die verschiedenen Technikelemente zu gewichten. Was halten sie selber für Neulerner besonders zentral?

Haben die Gruppenmitglieder einen Konsens gefunden, lösen sie gemeinsam die entsprechende Aufgabe auf bewegunglesen.ch. Wo gibt es Übereinstimmungen bzw. Abweichungen und warum?

Lernszenario B: Micro-Teaching mit Coach’s Eye

Jede 3er-Gruppe wählt eine Bewegung aus (oder bekommt sie von der Lehrperson zugeteilt), die auf www.bewegunglesen.ch zu finden ist. Die 3er-Gruppe löst die Aufgabe gemeinsam oder einzeln auf bewegunglesen.ch.

Danach wird die gleiche Bewegung von Zweien der Gruppe (=Schülerinnen) geturnt und vom Dritten (=Lehrperson) beurteilt. Dabei kann er die Bewegung mit Coach’s Eye aufnehmen. Die "Lehrperson" legt den Fokus zunächst auf die wesentlichen Kernbewegungen. Er wählt einen zu korrigierenden Punkt aus und gibt dem SuS eine positiv formulierte Rückmeldung. Dabei darf er Coach’s Eye zu Hilfe nehmen (Einzeichnen von Ist-Soll-Abweichungen). Die "Lehrperson" versucht auch geeignete Lernhilfen anzubieten, die dem Lernenden bei der Korrektur der Kernbewegung hilfreich sein können. Dieser Ablauf kann sich mehrere Male wiederholen. Ziel ist es, dass jede "Schülerin" mindestens einen Fehler korrigieren kann.

Lernszenario C: Fokus auf eine Kernbewegung/ Innen- und Aussensicht

Jede 3er-Gruppe wählt eine Bewegung aus (oder bekommt sie von der Lehrperson zugeteilt), die auf www.bewegunglesen.ch zu finden ist. Die 3er-Gruppe löst die Aufgabe gemeinsam oder einzeln auf bewegunglesen.ch.

Danach einigt sich die 3er-Gruppe auf eine Kernbewegung/ einen Beobachtungspunkt. Das Gruppenmitglied, welches die Lehrperson-Rolle übernimmt, filmt beide SuS bei der Bewegung mit Coachs’s Eye und legt die Filme nebeneinander hin. Bei der Ausführung der Bewegung haben die "Schülerinnen" den Fokus auf die ausgewählte Kernbewegung. Nach der Bewegungsausführung geben sie eine Selbsteinschätzung ab (wie gut ist ihnen die Kernbewegung gelungen? Wo gibt es Abweichungen?-->Verbalisieren der Innensicht).

Die "Lehrperson" konfrontiert die beiden "Schülerinnen" mit der Aussensicht. Dabei nimmt er die Filme, welche er zuvor mit Coachs-Eye aufgenommen hat, zur Hilfe. Gemeinsam versuchen sie einerseits die Differenz zwischen Innen- und Aussensicht zu visualisieren. Andererseits versuchen sie allfällige Abweichungen gegenüber einer Sollform zu visualisieren. Danach folgt die 2. Bewegungsausführung usw. Ziel ist es, dass beide "Schülerinnen" bzgl. der ausgewählten Kernbewegung Fortschritte machen.

 

Selbstverständlich sind auch andere Lernszenarien möglich. Wir stellen Ihnen hier einen Vorschlag für zwei Plenumsveranstaltungen vor, in denen u.a. auch auf die Lernbiografie und die selbstorganisierte Lernzeit eingegangen wird. Neben den Lektionspräparationen und Arbeitsblättern finden Sie auch die dazu gehörende Powerpoint-Präsentation.

Lektionspräparation 5 zur Lernbiografie und Reflexion der selbstorganisierten Lernzeit (word-datei, 0,5 MB) 

Lektionspräparation 6 zur praktischen Arbeit mit bewegunglesen.ch in der Halle (word-datei, 0.9 MB)

Arbeitsblätter (gehörend zur Lektion 6) (word-datei, 1MB)

Powerpoint-Präsentation zur Lektion 5 und 6 (pptx-datei, 1.5 MB)

Anspruchsvolle Lernszenarien

Der Login-Bereich eröffnet für Studierende neue Lernszenarien. Hier können sie selbst aufgenommene Videosequenzen einspielen und bearbeiten. Bei den Videoaufnahmen müssen sie sich Gedanken über Bildeinstellung, Kameraposition, Perspektivenwahl und Kamerabewegung machen. Die folgende Bearbeitung der Videos vertieft die Auseinandersetzung mit der Bewegung. Wo im Bewegungsablauf befindet sich die entscheidende Kernposition? Welche Bewegungsfehler treten auf und mit Hilfe welcher Zeichnungstools können sie sichtbar gemacht werden? Dabei werden sich die Studierenden Informationen über den korrekten Bewegungsablauf beschaffen müssen, denn der Unterschied zwischen Ist- und Sollbewegung soll visualisiert werden. In der Folge können die Studierenden ihre bearbeiteten Filme gegenseitig anschauen und verbessern.

Dieses Lernszenario kann erweitert werden, wenn die Videos in eine Aufgabe integriert werden. Hierzu müssen die Studierenden die Bewegungsausführung, die Bewegungsfehler, die geeigneten Rückmeldungen und mögliche Lerntipps in Worte fassen. Bei diesem, nach unserer Einschätzung schwierigsten Lernszenario, ist eine Begleitung durch Dozierende ratsam.

Das Team von Bewegunglesen.ch wünscht Ihnen viel Erfolg bei den Praxisumsetzungen. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Demo-Unterlagen brauchen können und Ihre erfolgreichen Umsetzungen mit uns teilen.